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Fr 04.04.2003 - Automobile Welt: Christo könnte O1 einhüllen?
Eisenach - Am 3. April trafen sich im «Kaiserhof» interessierte Eisenacher, um über die «Automobile Welt» in Eisenach als Tourismusfaktor zu diskutieren. Die Serviceorganisation «Round Table» hatte dazu geladen und kompetente Gesprächspartner gewonnen. Im Podium saßen Oberbürgermeister Gerhard Schneider, Dr. Werner von Trützschler (Abteilungsleiter Thüringer Ministerium Wissenschaft und Kultur), Prof. Dr. Peter Kirchberg (Automobilhistoriker), Uwe Dietrich (BMWGroup-Eisenach), Michael Stück (Automobilbau-Museum Eisenach e.V.), die Moderation hatte der TV-Journalist Friedhelm Fett übernommen.

«Automobile Welt Eisenach» könnte sein: Ausstellung der Automobiltradition in Eisenach, die Archive von BMW und AWE, ein Konferenzzentrum, ein Opelverkaufszentrum, Modellbau, Restaurationswerkstatt, Kartbahn, Sonderausstellungsflächen, BMW-Forum, VDA-Präsentation, Darstellung der aktuellen Thüringer Autozulieferer und Produzenten, eine Studieneinrichtung Fahrzeugdesign/Telematik, Gastronomie, Oldtimerfahrten, Kinderattraktionen u.a., aber auch ein Teilstück der Autobahn A4, dort wo Landschaftsarchitekten die Autobahn planten und man einen Blick zur Wartburg habe.

«Zwar sei dies eine große Vision, aber denkbar sei es schon», so Fett. Wolle man dies erreichen so müssen alle an einem Tisch sitzen und in eine Richtung arbeiten.
Gegenwärtig gebe es das O2 als zukünftige Automobilausstellungshalle, das Torhaus als Vereinshaus und die Ostkantine als Domizil des Automobilbau-Museum Eisenach e.V. (AME) und dann ist noch das große O1, ein Denkmal das der Eigentümer verfallen läßt. Eigentlich gute Voraussetzungen für ein «Landesmuseum für Technik».

Nach einer Forderung von BMW München solle das O1 abgerissen werden, es sei ein Schandfleck. BMW würde sich im Gegenzug bei der Museumsgestaltung großzügig einbringen. Doch diese Aussage stehe gegenwärtig noch im Raum.
Fakt ist eins, im Frühjahr 2004 feiert BMW 75 Jahre Autobau und die Wiege dazu lag in Eisenach.

Prof. Kirchberg brachte die Diskussion auf den Punkt. In Deutschland gebe es zu viele Automuseen, da brauche man nicht noch eines. In Eisenach müsse man überlegen, wovon profitiert die Region, diese Besonderheiten gelte es darzustellen. «Was hier entstehen soll muss ein Erlebnis und erlebbar sein. Kern bildet selbstverständlich die Tradition», so der Kunsthistoriker. Wichtig sei es weiterhin konkret zu überlegen: wer ist der Träger, es muss nicht die Stadt sein. Viele Konstruktionen seien denkbar.

Für Uwe Dietrich (BMW) steht ein Problem zunächst im Mittelpunkt: «Wir müssen Planungssicherheit haben, die Finanzierbarkeit klären». Das O1 ist ein Schandfleck, man sollte auch einen Teilabriss in Betracht und dieses in die Planungen einbeziehen. Immerhin gelte es eine wertvolle denkmalgeschützte Presse umzusetzen und zu retten. Studenten der Bauhhaus Uni Weimar befassten sich in Diplomarbeiten mit diesem Thema.

Deutlich wurde auch, dass eine Vielzahl von Ideen existierten, einige wurden bereits in Konzeptionen geschrieben, dies ist Jahre her, bis heute gebe es aber keine eindeutige Konzeption. Für das Haus O2 werde gegenwärtig ein Zusammenarbeit Kuratorium des AME und Dr. Möser (Mannheim) ein Konzept erarbeitet. Für diese Konzeption, Kulturamtsleiter Reinhard Lorenz spricht von einem Drehbuch, braucht man bereits vier Jahre.
Dr. von Trützschler lobte die guten Erfahrungen beim Torhaus und O2. Der Abbruch der anderen Gebäude konnte verhindert werden. Ein Konzept habe sein Ministerium noch nicht bekommen.
Dies habe jedoch das Wirtschaftsministerium, da es um Tourismusförderung gehe. Und hier werde nun ein neues Konzept verlangt. Eines mit O2, O5 und O1 als Automobile Welt. Dies müssten aber Architekten erarbeiten, dazu habe die Stadt zur Zeit kein Geld.

Der OB informierte über die knappen Kassen, die keine schnelle Öffnung des O2 zuließen. Rund 200000 Euro für die Heizung fehlten. «Ich bin zur Zusammenarbeit mit allen bereit. Nur gemeinsam können wir unser Ziel erreichen», so Schneider.

Deshalb ist es unverständlich, dass zu dieser Diskussion, die wichtig für die Entwicklung Eisenach war, kaum ein Vertreter der Industrie oder des Stadtrates da waren.

Eine Feststellung war ebenfalls sehr interessant: BMW baute von 1928 bis 1941 in Eisenach 13 Jahre lang Autos. Opel startete 1990 seine Produktion in Eisenach, auch schon 13 Jahre.

Gründlich wolle man sich der Automobilen Welt nun noch einmal Stellen, auch sei über das O1 nachzudenken. Vielleicht könnte man es zunächst verkleiden, wie Christo einst den Reichstag, so ein Vorschlag. Wolle man alle Ideen umsetzten, dies brauche viel Platz und viel Geld. Doch am letzteren scheiden sich die Geister.
Die Stadt hat keine Mittel mehr, BMW investiert in seine Produktoffensive, die Vereine können die Last nicht tragen.
Zuviel Zeit ist schon ins Land gegangen. 1991 hat das AWE geschlossen, fast alles wurde bereits abgerissen. Neues kam, außer Lidl, nicht hinzu. Das AWE-Haupttor ist kein Tor mehr, links sieht man eine «Wüste». So könnte es auf der anderen Seite auch bald aussehen.

Round Table gab mit dieser Diskussion einen neuen Anstoß, und man wolle immer wieder nachfragen. Geht es doch um Eisenach. Jeder würde gewinnen, wenn ein Tourist einen Tag/Nacht länger bliebe.
Jetzt wird zunächst die Stadt ihr Objekt O2 weiter treiben und der Verein die Ostkantine nutzen. Gemeinsam wird über die Gestaltung der «Automobilen Welt Eisenach» nachgedacht. (eol/rbr)   —» mehr...

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