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Aktuelles

Sa 12.09.2015 18:00 - Mitgliederversammlung
Unsere Herbst-Mitgliederversammlung verlief sehr entspannt. Rechenschaftsberichte, Kassenberichte, Wahlen usw. werden nun wieder im Frühjahr stattfinden, der Herbst-Termin wird mit Vorträgen ausgefüllt und bietet eine schöne Überleitung zum Vereinsfest, das an den "Tag des Offenen Denkmals" gekoppelt ist.

Mehr als 50 Mitglieder und einige Gäste sind ins O5 gekommen.

Wolfram Böhnhardt begrüßte die Teilnehmer mit einer kurzen Ansprache.

Danach gab es eine halbstündige, hochinteressante Präsentation von TV-Beiträgen aus der Wendezeit, die sich mit dem Automobilwerk befasst haben.

Diese Einstimmung passte perfekt zum angekündigten Vortrag von Horst Ihling über die Eisenacher Automobilproduktion in der Wendezeit.

Horst sprach sehr engagiert über die spannenden Wochen vor und nach der Werksschließung. Martin Rapp hatte eine Powerpoint-Präsentation zum Vortrag vorbereitet.

Horst Ihlings Vortrag war nach zwei Treffpunkt-O5-Beiträgen sein dritter, der sich mit der Geschichte des Werkes befasste.

Ich gestatte mir einige Bemerkungen zu Horsts Ausführungen.

Zuerst folgendes: Ich kenne Horst Ihling seit den frühen 70er Jahren und schätze ihn sehr.

Ich habe nahezu jeden seiner Beiträge in der "Kfz-Technik", im "Illustrierten Motorsport" oder in der Tagespresse gelesen.

Trotzdem kann ich mir zu seinen letzen Äußerungen einige Bemerkungen nicht verkneifen.

Als nach dem ersten Weltkrieg das Eisenacher Werk an die BMW AG ging, sprach Horst vom angeblichen "Bombengeschäft", das "die Banken" dabei gemacht hätten.

Ich bitte zu bedenken, dass jeder Kleinsparer unter uns daran interessiert sein muss, dass die Banken gut und gewinnbringend arbeiten, sonst ist auch der eigene Spargroschen dahin.

Bei seinen Ausführungen über den Außenhandelsbetrieb der DDR und den Export von Wartburg-Motoren und Teilen nach Argentinien führte Horst geheimnisvoll aus: "Ihr wisst doch: Schalck-Golodkowski...". Ob dieser Offizier des Staatssicherheitsdienstes, der eher dafür bekannnt ist, die Kunstsammler in der DDR ausgeraubt zu haben, auch die Geschäfte mit dem Peron-Regime eingefädelt hat?

Zur Mitgliederversammlung führte Horst weitschweifig über die für 1,5 Mio. DM importierte Lackieranlage im Werk aus, die sogar über ein Computerterminal verfügt hat.
Während in der DDR die Vorstellung eines vorgeblich eigenentwickelten Speicherchips zum Staatsakt gemacht wurde, gab es auf dem Weltmarkt schon längst computergesteuerte Produktionsanlagen, die man sogar kaufen konnte.

Was Horst bei seinen Ausführungen über die Lackieranlage vergaß, ist die Tatsache, dass auch der modernste Lackauftrag ein 40 Jahre altes Auto nicht weltmarktfähig machen kann.

Dann folgten noch Ausführungen über die Rolle der "Treuhand" in Zusammenhang mit der Werksschließung.
Selbstverständlich tut es weh, wenn der gewohnte Arbeitsplatz plötzlich nicht mehr da ist.

Hätte Horst in seinem Vortrag nicht so viele Bilder von der ach so schönen Lackieranlage gezeigt, sondern ein paar von denen, die Michael Stück kurz vor der Werksschließung gemacht hat, dann hätte jeder wieder sehen können, wie marode und teilweise verfallen das Werk damals war.

Ein langjähriger und verdienter AWE-Mann sagte mir kürzlich, immer dann, wenn er heute O1 betritt, habe er noch der Geruch der Toiletten von damals in der Nase.

Es ist schwer, Geschichte, Geschichten und Geschichtchen nach so langer Zeit auseinanderzuhalten, aber die Erkenntnis, dass das Werk nicht von der Treuhand kaputt gemacht wurde sondern dass die Schließung das Ergebnis der Wirtschaftspolitik der DDR war, sollte heute akzeptiert sein sein.



Das Catering war wie immer perfekt organisiert, Anke Böhnhardt hat alle Register gezogen und uns mit Feuertopf und Soljanka verwöhnt.




© Fotos: Ulrich Heidorn, Konrad v. Freyberg, Peter Husemann - Text: Peter Husemann   —» mehr...

O5 festlich geschmückt - alle Außenanlagen top gepflegtletzte Absprachen: Wolfram Böhnhardt und Rainer GeorgeAnke Böhnhardt hat einen Super-Feuertopf gezaubertO5 ist empfangsbereit
1945 - die Stunde NULL - Schautafeln informieren über den schweren Neuanfang nach dem Krieg
Wolfram Böhnhardt begrüßt etwa 50 Mitglieder unseres Vereins und einige GästeHorst Ihling referiert über die spannenden Monate bis zur WerksschließungHorst Ihling vor 25 Jahren in diversen TV-Interviews....... und heute Tischbeleuchtung - für den Fall der Fälle, dass die Versammlung eine Nachtsitzung wird

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