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Di 23.07.2013 11:55 - Lars Leonhardt zu Vorhaben der Stiftung Automobile Welt Eisenach
Ausstellungserweiterung für die Automobile Welt Eisenach vom Kuratorium der Stiftung awe erarbeitet

Am 4. Juni 2009, genau 4 Jahre nach der Eröffnung der Ausstellung "Automobile Welt Eisenach" im Gebäude O2, wurde die auf Initiative von Matthias Doht gegründete Stiftung "Automobile Welt Eisenach" vom Thüringer Innenministerium als Stiftung bürgerlichen Rechts anerkannt.

Dem Stiftungsvorstand gehören neben dem Vorsitzenden Matthias Doht die Herren Prof. Dr. Olaf Werner, der Direktor des Abbe-Instituts für Stiftungswesen an der Universität Jena sowie Harald Weiß von der Wartburgsparkasse an.

Parallel zur Gründung der Stiftung AWE im Sommer 2009 und der Besetzung des Stiftungsvorstands wurde ein Stiftungskuratorium gebildet, um den Vorstand der Stiftung in seiner Arbeit zu unterstützen, den Haushaltsplan und die jeweiligen Jahresrechnungen zu genehmigen sowie den Vorstand bei den von der Stiftung geförderten Vorhaben fachlich zu beraten.
Dem Kuratorium gehören Personen an, die aufgrund ihrer speziellen Fachkenntnisse und Erfahrungen oder ihrer besonderen Stellung in der Industrie, Wissenschaft, Verwaltung oder Gesellschaft geeignet sind, zu einer effektiven Verwirklichung des Stiftungszwecks beizutragen.

Dem Kuratorium der Stiftung AWE gehören bis zum Ende der ersten Legislatur im Mai 2014 die folgenden Vertreter an:
- Fred Jakobs, BMW Classic als Vertreter von BMW
- Wolfgang Scholz, OPEL Classic als Vertreter von OPEL
- Reinhard Lorenz, Kulturamt Eisenach als städtischer Vertreter sowie
- Lars Leonhardt, Verein Automobilbaumuseum als Vertreter unseres Vereins AME e.V.

Weiterhin gehören dem Kuratorium für den Zeitraum der ersten Legislatur die Beisitzer
- Dr. Ing. Bernd Matschiner
- Prof. Dr. Kurt Möser und
- Klaus-Dieter Fiesinger
an.

In der Gründungssitzung des Kuratoriums wurde als Leiter des Kuratoriums Lars Leonhardt gewählt, Stellvertreter ist Fred Jakobs.

Im März 2011 wurde vom Stiftungskuratorium die Aufgabe übernommen, die Konzeption der Ausstellungserweiterung für das Museum Automobile Welt zu erarbeiten. Seit der Museumseröffnung im O2 am 4. Juni 2005 ist der Raum A (Erdgeschoss West) als "gestaltete Ausstellung" vom Beginn des Eisenacher Automobilbaus bis zum Ende der eigenständigen Fahrzeugproduktion im Frühling 1991 ausgeführt. Dem Besucher werden neben den Exponaten auch weiterführende Texte, liebevoll gestaltete Vitrinen sowie eindrucksvolles Bildmaterial zur Verfügung gestellt.
Der sich an die Ausstellung anschließende Raum B (Erdgeschoss Ost) kommt als "begehbares Depot" bis heute weitestgehend ohne gestalterische Elemente aus. Die Exponate, zum großen Teil Leihgaben auch von unserem Verein, sind als Ergänzung der begrenzten Ausstellung im Raum A gedacht.
Die Räume C und D im 1. Obergeschoss sind aktuell nicht für den "normalen Besucher" zu besichtigen.

Ziel der Konzeption der Ausstellungserweiterung ist die Ausdehnung der gestalteten Ausstellung auf den Raum B, die Öffnung des 1. Obergeschosses sowie die Integration von 8 verschiedenen Modulen, "Rund um das Thema Automobilität".
Die Module haben dabei das Ziel, das Museum auch für weniger technikinteressierte Personen interessant zu machen und damit die jährlichen Besucherzahlen weiter abzusichern und zukünftig sogar zu erhöhen.
Die sorgfältig ausgewählten Module garantieren weiterhin auch für den Fachbesucher eine interessante Ausstellung mit hohem wissenschaftlichen Anspruch, immer eng geknüpft an den Eisenacher Automobilbau.

Durch die Einbeziehung von Raum B in die Gestaltung, kann der geschichtliche Ablauf großzügiger und weitläufiger als momentan ausgeführt werden. Dabei ist vorgesehen, die Module "Heinrich Ehrhardt-Ära", "Motorisierungspolitik", "Kinder und Auto", "Jugendliche", "Fahren Lernen", "Motorsport", "Warten, Pflegen Reparieren" sowie "Fahrzeugbau Gestern und Heute" mit in die Ausstellungsräume A und B zu integrieren um diese im Kontext darzustellen.

Das Modul "Heinrich Ehrhardt-Ära" soll beleuchten, unter welchen Umständen das Automobil in Deutschland "Laufen" lernte, welche technischen und vor allem fertigungsseitigen Voraussetzungen notwendig waren, und was Ehrhardt bewogen hat, in Eisenach die Fahrzeugfabrik Eisenach zu gründen und ab 1898 als dritter deutscher Automobilhersteller die Produktion aufzunehmen.

Im Modul "Motorisierungspolitik" wird dargestellt, wie unterschiedlich in den vergangenen hundert Jahren das Automobil abwechselnd eingeschränkt, gefördert und "instrumentalisiert" wurde.

Die Module "Kinder und Auto" sowie "Jugendliche" erzählen von der Autobegeiserung ganzer Generationen, die bereits im Kleinkindalter beginnt und später mit dem ersten Fahrrad, dem ersten Moped und Motorrad die ersten eigenen Erfahrungen mit der "Mobilität" ermöglicht. Im Modul "Fahren Lernen" soll amüsant auf die unterschiedlichen Ansätze der über hunderjährigen Fahrschulausbildung eingegangen werden. War die Fahrschulausbildung noch bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts vorwiegend eine techniklastige "Monteursausbildung" so kommt es heute fast ausschließlich auf das Verhalten im Straßenverkehr an. Das Modul "Motorsport" wird dokumentieren, wie sowohl Export als auch technische Weiterentwicklung maßgeblich durch den Motorsport beeinflusst wurden und werden.

Das Modul "Warten Pflegen Reparieren" erzählt ein Stück (DDR-) Geschichte.
Fahrzeuge, insbesondere Privat-PKW, wurden in der DDR aufgrund der allgemeinen PKW- Knappheit überdurchschnittlich gepflegt, da diese eine lange Lebensdauer erreichen mussten. Moderat steigende Produktionsmengen an PKW ließen bei überproportional steigender Kaufkraft, insbesondere seit den 1970er Jahren, die Wartezeiten auf einen PKW auf zuletzt 17 Jahre (Wartburg) ansteigen. Dadurch wurden selbst 10 Jahre alte Gebrauchtwagen bis zum Neupreis gehandelt und verkauft. Der geringe Fahrzeugbestand führte bei stetig steigendem Bedarf zu einem immer mehr alternden Kraftfahrzeug-Bestand. Dies führte gleichzeitig zu einem erhöhten Bedarf an PKW-Ersatzteilen, die als Mangel- bzw. Tauschware nicht ständig im Einzelhandel erwerbbar waren. Daraus resultierte eine "Vorratswirtschaft" bei den Verbrauchern.
Die DDR-typische Mentalität, zu kaufen, wenn es etwas gab und nicht, wenn etwas benötigt wird, führte zu einer weiteren Verknappung der PKW-Ersatzteile.
Da auch die Werkstattkapazitäten seit den 1960er Jahren unzureichend ausgebaut wurden, entwickelte sich die "Hilfe zur Selbsthilfe".
Bücher wie "Wie helfe ich mir selbst ?" oder "Ich fahre einen Wartburg" erreichten viele tausend Leser in der DDR.

Im Modul "Fahrzeugbau Gestern und Heute" wird dargestellt, wie sich die industrielle Fertigung seit der Geburtsstunde des Automobilbaus, von der Einzel- bzw. Handfertigung von Kutschen mit installierten Verbrennungsmotoren, über Fahrzeuge mit Leiterrahmen und individuell angepassten Karosserien in Holz/Stahl-Gemischtbauweise bis zur selbsttragenden Vollstahl-Schweißkarosserie entwickelt hat und weiter entwickelt.

Der Raum C (1. Obergeschoss, West) ist vordergründig für Wechselausstellungen vorgesehen. Weiterhin soll neben dem Modell des Automobilwerk Eisenach ein vergrößerter Ausstellungs-bereich für OPEL Platz finden.

Dem Themenbereich "Forschung und Entwicklung" ist zuküntig der Ausstellungsraum D (1. Obergeschoß, Ost) gewidmet. Hier werden den technikinteressierten Fachbesuchern nicht nur die interessanten Prototypen der Eisenacher Nachkriegsära präsentiert, sondern auch (Versuchs-) Motoren und Getriebe sowie aufschlussreiche Schnittmodelle gezeigt.

Nach über zweijähriger Arbeit wurde das neue Ausstellungskonzept am Donnerstag, dem 19.06.2013 im städtischen Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Tourismus vorgestellt.
Das Konzept wurde von den in der Stadt Eisenach für Kultur und Tourismus gewählten Verantwortlichen einstimmig inhaltlich gebilligt und begrüßt.
Stiftungsvorstand und Stiftungskuratorium wurden ausdrücklich für die bisher geleistete Arbeit gedankt.

Der nächste Schritt ist nach der Sommerpause die Vorstellung des Betreibungskonzeptes, welches vom Stiftungsvorsitzenden Matthias Doht erarbeitet wurde.

Weiterführende Informationen sind unter dem eigefügten Link zu erreichen.
www.awe-stiftung.de/scripts/news/965?active=4


Text: Lars Leonhardt   —» mehr...

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