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Geschichte Automobilbau
Anfang und Ende einer Automobilfabrik

Dezember 1896
Am 3. Dezember 1896 gründete der Geheime Baurat Heinrich Ehrhardt, die "Fahrzeugfabrik Eisenach" (FFE) als Aktiengesellschaft .
Nachdem anfänglich nur Kriegsgerät und Fahrräder hergestellt wurden, erfolgte ab 1898 auch in Eisenach der Bau von Automobilien.
Damit war die "Fahrzeugfabrik Eisenach" nach den Firmen "Daimler" und "Benz" das dritte Unternehmen in Deutschland mit einer Automobilproduktion.

Um den Entwicklungsvorsprung der anderen Automobilfirmen so schnell wie möglich zu verringern, erwarb die "FFE" in Frankreich die Lizenz zum Bau eines dort bereits bewährten "Motorwagen".

1899
1899 verließen die ersten "Wartburgmotorwagen" die Produktionsstätte am Fuße der Wartburg und 22 "Goldmedaillen" und "Erste Preise", erlangt bei motorsportlichen Wettbewerben, zeugten bereits im ersten Produktionsjahr von hoher Qualität.
Während der Frankfurter Automobilausstellung im Jahre 1904 wurden Fahrzeuge aus Eisenach erstmals mit dem Namen"DIXI" vorgestellt.

1927
Neben 26 PKW Varianten produzierte man in der "FFE" bis 1927 auch 17 verschiedene Ausführungen von Lastkraftwagen und Bussen mit dem Namen "DIXI".
1905 wurde in Eisenach zusätzlich der Bootsmotorbau aufgenommen und im gleichen Jahr auch die Entwicklung eines Luftschiffmotors abgeschlossen.
Auf Grund des 1.Weltkrieges durften ab 1914 in Eisenach nur noch Heereslastwagen, Munitionswagen, Sanitätskraftwagen, Protzen, Feldgeschütze, Lafetten usw. hergestellt werden.

Der in England als "Austin Seven" bekannte Kleinwagen wurde ab1927 in abgewandelter Form (Linkslenkung) in Eisenach als "DIXI DA1" produziert.

1928
Als im November 1928 die "DIXI Fahrzeugfabrik Eisenach" durch die "BMW AG München" übernommen wurde, änderte sich aufgrund dessen 1929 auch das Markenzeichen des bisherigen "DIXI" Kleinwagens.
Mit Recht kann man diesen Augenblick als die Geburtsstunde der bis heute weltweit bekannten und beliebten "BMW Automobile" bezeichnen.

1931
1931 erfolgte bereits die Übergabe des 25.000sten Kleinwagen vom Typ BMW 3/15 an seinen Käufer.
Nur zwei Jahre später entstand in Eisenach, unter dem weiß-blauen Zeichen eine neue, erfolgsversprechende Fahrzeuggeneration, der BMW mit 6-Zylinder Motor.
Das erste Fahrzeug dieser Baureihe trug die Bezeichnung "BMW 303".
In Folge wurden bis zum Jahre 1941 so bekannte PKW Typen wie BMW315, BMW 319, BMW327, BMW 328 u.s.w. hergestellt.
Besondere Aufmerksamkeit zog dabei weltweit der "BMW 328" auf sich, da mit ihm auf den europäischen Rennstrecken ein Sieg nach dem anderen herausgefahren wurde.
Aufgrund des 2. Weltkrieges erfolgte ab 1941 zum zweitenmal die totale Umstellung der Produktion in Eisenach ausschließlich auf Kriegsgerät.
So ist es auch nicht verwunderlich, daß als Ergebnis des 2. Weltkrieges das "BMW Werk Eisenach" im Jahre 1945 zu 60 Prozent zerstört war.
Trotzdem konnte bereits im November 1945 mit der Nachkriegsproduktion des PKW "BMW 321"und des Motorades "BMW R35" begonnen und später der BMW"340" als erstes neues Baumuster nach dem Krieg gebaut werden.
Nach der Übergabe des bis 1952 als sowjetische Aktiengesellschaft "AWTOWELO" geführten Betriebes in Volkseigentum, erfolgte die Einführung eines neuen Firmenzeichens in Verbindung mit der neuen Firmenbezeichnung "VEB Automobilfabrik EMW Eisenach".
EMW-Logo

1953
Durch die immer größer werdenden Materialengpässe unterlag man dem Zwang, auch in Eisenach kleinere Autos mit weniger Materialeinsatz zu bauen.
Von 1953 bis 1955 wurden deshalb in den "Eisenacher Motorenwerken" erstmals Fahrzeuge mit 3-Zylinder / 2-Takt-Motor und der Bezeichnung "IFA F9" gefertigt.
Unter dem neuen Firmennamen "VEB Automobilwerk Eisenach" (AWE) entstand im Dezember 1955 ein völlig neuer Fahrzeugtyp, der auch mit einem 3-Zylinder / 2-Takt-Motor ausgerüstet war.
Dieses, in 11 Modellvarianten bis 1965 hergestellte Fahrzeug trug die Bezeichnung "Wartburg 311" und wurde in 55 Länder exportiert.
Leider ging die Produktion weiterer Baumuster während dieser 10 Jahre nicht über das Stadium von Prototypen hinaus und die seit 1957 intensiv betriebene Entwicklung eines 4-Takt-Motors mußte ebenfalls auf Weisung von OBEN abgebrochen werden.
So war der ab 1966 serienmäßig produzierte "Wartburg 353" nach wie vor mit einem 2-Takt-Motor ausgestattet.
Obwohl auch für diesen Fahrzeugtyp viele Nachfolgemodelle und Antriebsaggregate erfolgreich erprobt wurden, verließen bis 1988 auf Veranlassung "kompetenter" Stellen in Politik und Wirtschaft 1.224.662 Fahrzeuge dieses Baumusters das Montageband des "VEB AWE".
Mit dem Einbau eines in Lizenz gefertigten 4-Zylinder / 4-Takt-Motors ab 1988 in den PKW "Wartburg" wurde die Karosserie nur geringfügig geändert und die Typenbezeichnung lautete ab diesem Zeitpunkt "Wartburg 1.3".
Als am 10. April 1991 auf Grund eines Treuhandbeschlusses der 152.775ste "Wartburg 1.3" für immer als letzter produzierter Personenkraftwagen die nunmehr historischen Werkhallen verließ, begann endgültig die Liquidation des DRITTÄLTESTEN AUTOMOBILWERKES in Deutschland.

1990
Ein Ende der Automobilbautradition in Eisenach bedeutete dies jedoch nicht. Die politische Wende in Ostdeutschland hatte bereits zu diesem Zeitpunkt zu einem weitreichenden Engagement der Adam Opel AG in der Wartburgstadt geführt.
Am 5. Oktober 1990, nur zwei Tage nach der deutschen Wiedervereinigung, war der erste Opel aus Eisenach, eine Vectra, vom Montageband gefahren. Am 23. September 1992 nahm das mit einem Aufwand von rund einer Milliarde Mark realisierte neue Opelwerk seine Produktion auf. Die Opel Eisenach GmbH gilt als eines der modernsten europäischen Automobilwerke und zählt mit seinen 2000 Mitarbeitern auch weltweit zu den produktivsten und innovativsten Fertigungsstätten. In Eisenach werden heute Corsa und Astra im Dreischichtbetrieb produziert.